Linux - ein Synonym für exzellente Netzwerkunterstützung
An den Netzwerkprofi, der das liest: Ich weiß, ich weiß ..
Eigentlich heißt das, was ich hier tue, "Eulen nach Athen tragen" - aber es ist auch nicht für ausgemachte Profis gedacht, sondern soll ein Schnellstart für Einsteiger oder Umsteiger sein, ohne groß suchen zu müssen, was wo steht ....
Diese Kurzbeschreibung bezieht sich auf den Gnome 2.x Desktop bis Ubuntu 10.04. Dieser Desktop wird z.Zt. (Oktober 2011) zunehmend durch Gnome 3.x bzw. Unity bei Ubuntu ersetzt, wo die Desktopbedienung teilweise anderen Philosophien folgt. Die Bedienung der eigentlichen Programme ändert sich dadurch natürlich nicht.
Der Autor nutzt hier öfters NICHT die typische *nix Vorgehensweise (z.B. beim Einsatz der SSH auf der Shell) - dafür greift er z.B. auf Tools wie PuTTY zurück (die der potentielle Ein/Umsteiger möglicherweise bereits von seinem Herkunftssystem kennt, bzw. dort bereits ausprobieren kann - man kann also schon mal auf "sicherem" Terrain (typischerweise Windows) üben , wenn man möchte). PuTTY muss meist aus den Repositories (in diesem Fall: universe) nachinstalliert werden
Ziel: schneller Zugriff auf gewohnte Netzwerkressourcen
Unter Ubuntu gibt es das sogenannte "Panel" (standardmäßig die "Menüzeile" ganz oben) das den Zugriff auf typische Menüpunkte bietet - die öfter genutzte Frage "Wo?" bezieht sich im Folgenden auf das Panel, wenn nicht gesondert genannt.
Hier finden Sie an zentraler Stelle u.a. sofort alle möglichen Zugriffsmechanismen auf Fremdserver (u.a. FTP - anonym und mit Nutzeraccount, SFTP/SCP - der typische sichere Zugriffsmechanismus auf Shares unter *nixen, WebDAV - incl. WebDAVS zum Dateizugriff auf Webserver) und letztlich auch die Zugriffsmöglichkeit auf Windowsserver, die Sie als Umsteiger im Netz möglicherweise brauchen. Sie können diese Ressource bedarfsweise auch permanent ablegen, um sie bequem wieder benutzen zu können (Hinweis: das optional installierbare Tool "Likewise Open" ermöglicht auch den Zugriff auf ein ADS).
Ziel: Verbindung mit Shares auf entfernten Computern
Wo im Panel? Orte -> Verbindung zu Server
Schneller Kontakt zu gewohnten Netzwerkressourcen

Ziel: Remotedesktopverbindungen (z.B. VNC oder RDP)
Wo im Panel? Anwendungen -> Internet -> Terminal-Server-Client
Verbindung zum Windows Terminalserver (hier zu WinXP o. Server 2003)

Man hat dort auch typische Auswahlmöglichkeiten:

Sie setzen SSH (z.B. PuTTY) bereits ein?
PuTTY ist seit geraumer Zeit auch unter Linux verfügbar.
Dann kennen Sie bereits die "Secure SHELL" - die integrierte "Universalwaffe" für sichere Verbindung und Datenübertragung in unsicheren Netzen unter *nixen - also auch Linux.
Sollten Sie sich mit einem *nix Server (typischerweise Linux) verbinden wollen und vorher mit einem Windowsclient gearbeitet haben, steht Ihnen auch hier ein Tool zur Verfügung, das Sie möglicherweise bereits kennen - PuTTY. Das PuTTY-Programm (aber nicht alle Zusatztools!) stehen auch hier zur Verfügung. Die Vorgehensweise ist grundsätzlich analog der Windowsversion. In diesem Fall brauchen Sie hier nicht mehr weiter zu lesen - vorausgesetzt, sie kennen sich schon mit Portforwarding aus.
Ziel: sichere Verbindung zu anderen Computern
Wo im Panel? Anwendungen -> Internet -> PuTTY SSH Client
Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/PuTTY
Sie kennen die SSH noch nicht? ein Beispiel gefällig?
Dann kennen Sie die "Secure SHELL" - die integrierte "Universalwaffe" für sichere Verbindung und Datenübertragung in unsicheren Netzen unter *nixen (also auch Linux) noch nicht!
Dranbleiben - es lohnt sich ...
Für Neueinsteiger/Umsteiger wird kurz eine einfache Anmeldung per SSH iin (diesem Fall beispielhaft am Linuxserver "intranet") dargestellt. Ziel ist es, eine gesicherte Datenbankverbindung zu einer MySQL-Datenbank herzustellen, um sie in OpenOffice, z.B. für Auswertungen, zu nutzen. Viele Webhoster z.B. bieten Datenbanken (typischerweise MySQL) in ihren Produkten an - und zunehmend auch Zugriff auf ihre Produkte mittels SSH - ein typisches Szenario, dass die Echtzeitauswertung von Datenbanken zulässt. Da OpenOffice.org seit Version 2.3 auch einen freien Reportgenerator einbinden kann, eine regelrechte Verlockung ...
Vorraussetzung:
- auf dem Linuxserver "intranet" existiert der User-Account "ryska" (welch ein Zufall - der Autor hat diesen Nachnamen
).
- Der Administrator dieses Servers hat serverseitig alle Voraussetzungen geschaffen, damit der Nutzer sich auch anmelden darf (dafür IST er der Administrator - er weiß also, was zu tun ist).
- Auf dem Client (hier Ubuntu) ist der JDBC-Typ 4 Treiber für die entsprechende MySQL-Version installiert.
(typischerweise wird er in's "lib/ext" Verzeichnis der entsprechenden JRE (die natürlich auch installiert sein muss) kopiert Suchen Sie mal in Google nach z.B. "Mysql JDBC Connector", um einen MySQ Treiber zu finden, falls noch keiner installiert ist. Durch die Plattformunabhängigkeit ist JDBC das bevorzugte Interface des Autors. Grundsätzlich geht natürlich auch ODBC - die Installation ist allerdings schwieriger.
Los geht's!
Ziel: sichere Verbindung zu anderen Computern
Wo im Panel? Anwendungen -> Internet -> PuTTY SSH Client
Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/PuTTY
Aufruf von PuTTY - Einrichten einer Session (mit einem Namen, unter dem man diese Einstellungen später auch wieder abrufen kann - in diesem Fall "intranet" - und speichern unter demselbem Namen).

Festlegen des Login-Namens und (in diesem Fall, weil wir mit Linux arbeiten, des Terminal-Types auf "linux") - der Terminal-Type ist hier zwar nicht zwingend, sorgt aber für eine angenehme Darstellung bestimmter Zeichen, wie z.B. Rahmen diverser Anwendungen in Konsolen.

Was wier jetzt tun, ist für die Anmeldung NICHT erforderlich - wir machen es aber trotzdem, um weiter unten ein nützliches weiteres Feature vorzuführen (das sogenannte "Portforwarding" eine prima Sache in bestimmten Fällen - hier für die MySQL-Einbindung). Der Autor nimmt darauf nochmal Bezug.
Zusätzlich zu den hier gezeigten Eingaben drücken wir noch den "Add" Button - damit wird die Eingabe zusätzlich unter"Forwarded Ports:" angezeigt (das ist im folgenden Bild NICHT dargestellt). Achten Sie darauf ,dass "Local ports accept connections from other hosts" markiert ist.

Anschliessend klicken wir in der linken Leiste wieder auf Session (wie im ersten PuTTY-Bild) und anschliessend auf den "Open"-Button.
Sollte das Ihre erste Anmeldung an diesem Server sein, bekommen Sie in etwa folgendes Fenster zu sehen:

Inhaltlich versucht der Server sich Ihnen gegenüber durch den sogenannten "host key" auszuweisen. In unserem Fall bestätigen Sie diese Sicherheitsabfrage mit "Accept" (in der Praxis sollten Sie jedoch Ihren Administrator kontaktieren und sich den Schlüssel - z.B. telefonisch - bestätigen lassen. Nach diesem Schlüssel wird nur wieder gefragt, wenn sich an dem Server bestimmte Dinge ändern. die seine Integrität in Frage stellen könnten. Beim Server Ihres Webhosters lässt sich das natürlich nicht ohne weiteres überprüfen - soweit geht der Service dann doch nicht . Genau EINE Abfrage bei der ersten Verbindung ist aber, wie Sie jetzt wissen, normal.
Haben Sie die Abfrage bestätigt, öffnet sich eine Shell (ein Fenster), in welchem Sie auf dem Terminal arbeiten können (nachdem Sie ein gültiges Passwort eingegeben haben) - Sie fürfen dieses Fenster erst schließen, wenn die Sitzung beendet werden soll. Für Administratoren ist oft genau diese Art von Verbindung interessant - und sinnvoll.

Schock? - keine Angst - da geht noch mehr!
Viele grafische Anwendungen arbeiten intern mit genau solchen Verbindungen - z.B. NoMachine-NX - ein excellenter Terminalservice für auch langsame Verbindungen.
Wir werden uns jetzt das vorher eingerichtete "Portforwarding" (Sie erinnern Sich?) zu Nutze machen und eine gesicherte Verbindung zu einer MySQL-Datenbank (die genau diesen TCP-Port 3306 nutzt) herstellen, um sie anschließend in Openoffice zu öffnen.
Jetzt fehlt nur noch die Verbindung zu OpenOffice.org (der Autor verwendet hier die Version 2.4.1), um die Verbindung sinnvoll nutzen zu können. Wir stellen hier die Datenbankverbindung direkt her - das geht aber auch aus den anderen OpenOffice.org Modulen heraus. Wie bereits erwähnt, sollten vorher JDBC4-Treiber auf dem Clent installiert werden.
Ziel: Herstellung einer gesicherten Datenbankverbindung
Wo im Panel? Anwendungen -> Büro -> OpenOffice.org Datenbank
Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/OpenOffice.org
Wir rufen einfach den Datenbankassistenten auf.

Anschließend wählen wir die Verbindungsart aus.

Jetzt geben wir die Datenbankparameter ein (der Name der Datenbank wird bei Ihnen sicher anders lauten) - Rechnername und Portnummer dürften Ihnen sofort bekannt vorkommen .

Ihr Benutzername wird sicher auch anders lauten (oder etwa nicht???). Ein Kennwort wurde bestimmt - ich hoffe doch - auch vergeben.

Das war's! Jetzt liegt es an uns, wie wir weiter machen wollen. Wir wollen sofort eine Verbindung herstellen (na klar - wir wollen doch mal testen).

Also melden wir uns sofort an.

Das Ergebnis:
Eine MySQL-Datenbank kann durch eine gesicherte SSH-Verbindung genutzt werden. Die Verbindungsdaten können nun unter OpenOffice.org abgespeichert und bei Bedarf wieder aufgerufen werden.
Achtung: Sie sollten auf diese Datenbank - falls Sie nicht genauestens wissen was passiert - nur lesend zugreifen (d.h. SELECTs ausführen)!
Sie können nun nach Belieben in allen OOo-Modulen, die Datenbankzugriff unterstützen, damit arbeiten und die tollsten Auswertungen fahren !

Am Rand:
Es gibt auch andere Tools, die zum Beispiel das Portforwarding von TCP-Ports verwalten können (wenn man das denn will, und viele Tunnel parallel braucht). Allerdings ist die interne Logik nach Meinung des Autors etwas eigenwillig.

Das Ende ist der Anfang ...
Natürlich war das hier Gezeigte nur ein erster (sehr flüchtiger) Einblick in die Möglichkeiten von Linuxclients wie Ubuntu im Netzwerk. Viele Protokolle wurden hier erst gar nicht (wie z.B. Verbindungen mit VPNs) erwähnt, obwohl natürlich viel mehr geht. Der Autor hofft aber, den Schleier etwas gelüftet zu haben. Der Nutzer sollte jetzt in der Lage sein, elementare Möglichkeiten einzuschätzen - und natürlich auch vor dem Einsatz nicht zurückschrecken .
Wie immer gilt auch hier: Probieren geht über studieren .
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